"Fair ist mehr" Bundespreis 2010 des DFB

 

 

 

1 07.09.2010 19:20 DFB-Allgemein

Aktion "Fair ist mehr": Sieger müssen nicht gewinnen

Engagiert sich: Ewald Lienen  © Bongarts/Getty Images
Engagiert sich: Ewald Lienen

Seit 1997 zeichnet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unter dem Motto "Fair ist mehr" sportliches Verhalten auf dem Fußballplatz aus. Im vergangenen Jahr übertraf die Meldequote alle bisherigen Werte. 590 Vorschläge erreichten die Mitglieder der AG Fair Play. Die Sieger wurden vor dem Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan in der Zentralloge Nord des Stadions in Köln ausgezeichnet.

Die ehemalige Nationalspielerin und heutige Trainerin des Frauen-Bundesligisten SC 07 Bad Neuenahr ist von diesem Preis überzeugt: "Ich habe auch jahrelang als Aktive das Fair Play gelebt. Als Trainerin unterstütze ich dies auch und gebe derartige Werte auch an meine Spielerinnen weiter", sagte Minnert. "Fair Play ist nicht nur im Sport wichtig, sondern auch in allen anderen Bereichen des Lebens", sagte Trainer Ewald Lienen.

DFB.de-Redakteur Maximilian Geis stellt einen Preisträger exemplarisch vor.

Tolle Tore von Miroslav Klose, präzise Pässe von Andrés Iniesta und ein grobes Foul von Nigel de Jong – viele Bilder sind wieder präsent, wenn sich die Zuschauer an die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erinnern. Am Ende des Turniers steht eine interessante Zahl in den Statistiken, die im Torjubel der Fans fast unterging: Mit 245 Gelben Karten, achtmal "Gelb/Rot" und neun Roten Karten ist die Strafstatistik die niedrigste seit 1998, als erstmals 32 Teams um den Weltpokal spielten.

Eine Statistik, die Fair Play auf höchstem Niveau beschreibt. Und auch auf den Sportplätzen in Deutschland ist bei diesem Thema ein Rekord zu verzeichnen: Im vergangenen Jahr bedeuteten 536 Meldungen bei der Aktion "Fair ist mehr" einen neuen Spitzenwert. Mit diesmal 590 Meldungen wurde diese Summe um mehr als zehn Prozent übertroffen. Ein gutes Signal von Menschen wie André Wrede, die im Kleinen dafür sorgen, dass der Fußball sportlich und fair bleibt.

André Wrede ist Trainer der A-Junioren des SV Lengede. Sein erstes Pflichtspiel ist die Partie im Bezirkspokal gegen den BSC Acosta Braunschweig am 8. August 2009. Lengede liegt 0:1 im Rückstand und startet einen Angriff auf das Tor der Gäste. Der SV-Linksaußen kann ein Zuspiel nur knapp hinter der Auslinie erreichen. Sofort hebt André Wrede den Arm und ruft: "Der Ball war aus!" Der Schiedsrichter bemerkt den Zwischenruf nicht, lässt weiterspielen und mit diesem Angriff erzielt Lengede den ersehnten Ausgleich. Doch André Wrede hebt erneut den Arm, ruft den Schiedsrichter zu sich und erklärt ihm, dass der Ball deutlich im Aus war. Daraufhin revidiert der Schiedsrichter seine Entscheidung. Lengede verliert die Partie am Ende 1:2 und scheidet im Pokal aus. In seinem ersten Pflichtspiel als Trainer hat André Wrede gezeigt, dass der wahre Sieger nicht unbedingt das Spiel gewinnen muss.

Die weiteren Preisträger:

Amina Avdovic (D-Jugend, SV Bad Herrenalb, Badischer FV)
Simon Lange (D-Junioren, PSV Bork, FuLV Westfalen)
Christian Coratella (Senioren, VfB Bühl, Südbadischer FV)
Stefan Ruthenbeck (Senioren, TuS Mayen, FV Rheinland)

Sonderpreis:

René Hirsch (FC Viktoria 09 Urberach, Hessischer FV)

23.07.2010

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Fair Play-Sieger Hirsch bundesweit bei den Besten

Von der Hessenebene zum Bundessieger: René Hirsch vom FC Viktoria 09 Urberach hat mit seinem Projekt „Elternsensibilisierung für faires Verhalten im Kinder- und Jugendfußball“ auch den Deutschen Fußball-Bund überzeugt. Im Rahmen der Aktion „Fair ist mehr“ wählte ihn der DFB zu einem der sechs Bundessiegern in der Saison 2009/10.

Der Urberacher bekommt die Auszeichnung beim Länderspiel der A-Nationalmannschaft am 7. September in Köln. Unlängst hatte er beim Hessentag in Stadtallendorf bereits den „Fair Play-Preis 2010“ von „ballance hessen“ erhalten. Mit seinem Projekt will René Hirsch in erster Linie vorbeugen. Verschiedene Maßnahmen sollen Mütter und Väter bei Kindern und Jugendspielen zu fairem Verhalten bewegen. Unter anderem entwickelte Hirsch einen Fragebogen, in dem die Jungen und Mädchen das Verhalten ihrer Eltern bewerten. Bei einem Elternabend vor Saisonbeginn werden ihnen die Ergebnisse vorgestellt. Anschießend erhalten sie Tipps, wie sie es anders machen können. Außerdem sollen sie freiwillig selbst erklären, dass sie sich aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung wenden. lg

 


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